ver.di appelliert gemeinsam mit MdB Uli Grötsch an Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen

MdB Uli Grötsch mit ver.di Geschäftsführer Bezirk Oberpfalz Alexander Gröbner
© Dominik Brütting / Büro Uli Grötsch

22. Oktober 2020

„Am Freitag letzter Woche waren wir über das dreiste Angebot der Arbeitgeber entsetzt und enttäuscht zugleich“, erklärt Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz). „Nachdem die Arbeitgeber von Bund und Kommunen in den seit dem 1. September in mittlerweile zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt hatten, liegen nun die Karten auf dem Tisch. Das am Freitag, den 16. Oktober vorgelegte Angebot der Arbeitgeber ist nicht nur eine Mogelpackung für die Beschäftigten, sondern im Kern respektlos!“ ergänzt er tief erschüttert.

In einem gemeinsamen Gespräch mit dem Generalsekretär der BayernSPD, MdB Uli Grötsch in Weiden betont Gröbner, dass auf dieser Grundlage faktisch eine Einigung in der ab Donnerstag stattfindenden dritten Verhandlungsrunde in Potsdam nicht möglich sein wird.

„Seit mehreren Monaten werden die Beschäftigten im öffentlichen Dienst beklatscht, von den Gesundheitsämtern über Beschäftigte in der Müllabfuhr bis hin zu den Pflegeberufen. Spätestens jetzt in der Corona-Pandemie wird allen deutlich, welche Bedeutung eine starke Infrastruktur in der öffentlichen Daseinsvorsorge nicht zuletzt in Krisenzeiten hat“, stellt MdB Uli Grötsch fest. Diese Wertschätzung gelte es jetzt auch konkret von Arbeitgeberseite anzuerkennen. Schließlich sei es mehr als nachvollziehbar, dass die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nicht nur gesellschaftliche Anerkennung, sondern eine finanzielle Aufwertung ihrer für die Menschen in diesem Lang wichtige Arbeit erwarteten.

„Klatschen alleine reicht nicht. Davon kann z. B. eine Pflegekraft keine Miete zahlen oder Lebensmittel einkaufen. Und es ist auch wichtig, z.B. Reinigungskräften finanziell im Geldbeutel deutlich zu machen, wie wichtig deren Arbeit in Krankenhäusern im Hinblick auf Hygieneschutz ist“ führt Gröbner weiter aus.

Fachkräftemangel und die demografische Herausforderung – innerhalb der nächsten 5 Jahre gingen eine Vielzahl von Beschäftigten in Kommunen, Stadtwerken aber auch Krankenhäusern „plötzlich“ nach jahrzehntelanger Arbeit in Rente – im öffentlichen Dienst allgemein sowie im Sozial- und Erziehungsdienst und der allseits bekannte Mangel an Pflegekräften in der Alten- und Krankenpflege führe die dringend notwendige finanzielle Aufwertung deutlich vor Augen.

„Das Wohl unserer Kolleginnen und Kollegen, der Bürgerinnen und Bürger sowie von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern und nicht zuletzt der Kinder und ihrer Familien steht für uns ganz oben“ bekräftigt Alexander Gröbner gegenüber dem SPD-Bundestagsabgeordneten. Jedoch sei bei dem nun vorliegenden Angebot der Arbeitgeber eine weitere Zuspitzung der Lage nicht auszuschließen.

Gemeinsam appellieren Grötsch für die BayernSPD sowie Gröbner für die Gewerkschaft ver.di an die Verhandlungsführer von Bund und Kommunen:

„Die Arbeitgeber sind aufgefordert, morgen in Potsdam die bisherige Mogelpackung vom Tisch zu nehmen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Nur so kann ein tragfähiger Kompromiss gefunden und eine Eskalation der Tarifrunde im öffentlichen Dienst vermieden werden!“

Hintergrund:

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro und die Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro für den gesamten öffentlichen Dienst.

Die 3. Verhandlungsrunde findet am 22./23. Oktober in Potsdam statt.

Ver.di informiert zur Tarifrunde unter dem Link https://unverzichtbar.verdi.de/

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